| 17.07.12 Zur Grande Dixence mit Rundwanderung über den Col des Roux (Beat) |
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Den Vorschlag zu dieser Wanderung im Gebiet der Grande Dixence habe ich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Beobachter" (14/2012) entdeckt: Grande Dixence / Über der Steilwand wandern
Mitgekommen ist Rolf (rovo). Da er in der Nähe von Sitten wohnt, liegt dieses Wandergebiet praktisch vor seiner Haustüre. Ab Zürich HB ergibt sich bis zur Dixence-Staumauer eine ÖV-Anreisezeit von 3:45 Stunden.
Wanderroute: Le Chargeur / Barrage de la Dixence (Mauerfuss: 2141m) - Aufstieg Richtung Mauerkrone - Combe de la Prafleuri (2391m) - Cabane de Prafleuri (2662m) - Col de Roux (2804m) - La Barma (2458m/2390m) - entlang dem Lac de Dix - Barrage de la Dixence (Mauerkrone: 2365m) - Abstieg zum Fuss der Staumauer (Barrage de la Dixence: 2141m)
Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
https://picasaweb.google.com/106092147151904821590/GrandeDixence170712
Route dargestellt auf swisstopo mit http://map.schweizmobil.ch:
Streckenlänge ca. 11km; 800m auf- und abwärts:
Kurz vor 10 Uhr treffen wir mit dem Bus von Sitten her am Fuss der Dixence-Staumauer ein ("Barrage de la Grande Dixence" / Ortsbezeichnung: Le Chargeur); nach der Rundwanderung werden wir kurz nach 15 Uhr wieder hier zurück sein:

HINWEIS:
Zusätzlich zu GA oder Tageskarte ist für die Busfahrt ab Sitten ein Alpinticket für 10 Franken zu lösen.
Am Fuss der imposanten Dixence-Staumauer, der mit 285m weltweit höchsten*) Gewichtsstaumauer:

*) siehe auch Wikipedia-Liste der "höchsten/grössten Talsperren der Erde"
Tagesschau-Bericht zum 50-Jahr-Jubiläum der Dixence-Staumauer: Höchste Staumauer der Welt wird 50
Eine Gewichtsstaumauer ist eine Bauart für das Absperrbauwerk einer Talsperre. Sie wird aus Beton oder Mauerwerk gebaut, im Gegensatz zu einem Staudamm, der aus Erde oder angeschütteten Steinen besteht. Gewichtsstaumauern stehen durch ihr Eigengewicht, wohingegen Bogenstaumauern durch die Abstützung an den Talflanken stehen. Der Querschnitt einer Gewichtsstaumauer ist ungefähr dreieckförmig mit einer nahezu senkrechten Wasserseite. Das Verhältnis von Sohlenbreite zu Höhe ist üblicherweise ungefähr 2:3. Größere Gewichtsstaumauern haben im Allgemeinen einen oder mehrere Kontrollgänge, in denen sich Drainagen und Messinstrumente zur Überwachung befinden.
Gewichtsstaumauern eignen sich in breiten, weniger tiefen Tälern mit schwach geneigten Talflanken, während enge Täler mehr für Bogenstaumauern geeignet sind. Sie benötigen guten, standfesten Baugrund aus Fels. Bei ungünstigem Baugrund wird ein Staudamm bevorzugt. Die Wahl des Sperrentyps hängt außerdem von der Verfügbarkeit der Zuschlagstoffe für den Beton bzw. des Schütt- und Dichtungsmaterials für einen Damm ab.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewichtsstaumauer

Die Kapelle Saint-Jean wurde 1930 durch die Arbeiter der ersten Staumauer (Première Dixence) gebaut:

Für den Aufstieg Richtung Mauerkrone wählen wir nicht die Seilbahn*) sondern den schönen, Blumen gesäumten und steilen Wanderweg:

*) Link zur Luftseilbahn: http://www.theytaz-excursions.ch/multimedia/docs/2012/03/Horaire_Tele_2012.pdf

Das Hôtel du Barrage ("Le Ritz") wirkt heute etwas überdimensioniert; es handelt sich allerdings um die ehemalige Arbeiterunterkunft der Staumauer-Baustelle (1951-1965):

Hinter der Mauerkrone kommt der Stausee zum Vorschein:

Eine vierstündige Höhenwanderung führt von der Dixence Richtung Rhonetal nach Thyon; die schnellsten Läufer, die jeweils anfangs August den 16-km-Lauf Course pédestre Thyon Dixence bewältigen, benötigen dafür nur wenig mehr als eine Stunde:

wandersite.ch-Vorschlag für Route Thyon-Dixence: Zur Staumauer Grande Dixence
Wir wählen den Steinbock-Weg in Richtung Combe de Prafleuri / Cabane de Prafleuri / Col des Roux. Infolge Steinschlags musste der Wanderweg verlegt werden und weicht vom Weg, der in der Karte grün eingezeichnet ist, ab:
Gedenktafel für drei Opfer (vermutlich Dixence-Bauarbeiter) eines Lawinenniedergangs im Februar 1961:

Bald verschwindet der Stausee aus unserem Blickfeld und kommt erst wieder auf dem Col des Roux zum Vorschein:

Abstieg und Aufstieg über den neu angelegten Weg entlang dem Combe de Prafleuri:

Blick zurück durchs Val d'Hérémence Richtung Rhonetal:




In diesem Gebiet wird praktisch jeder Wassertropfen gefasst und landet schliesslich im Wasserkraftkomplex der Dixence:


Kurz vor der Cabane de Prafleuri stossen wir auf den abgesperrten Höhenweg, den wir über den neu angelegten Weg umgehen mussten:

Dass in dieser Umgebung von Zeit zu Zeit eine Felsladung von oben "angeliefert" wird, ist wenig überraschend:

Um 12 Uhr erreichen wir die Cabane de Prafleuri und halten hier Mittagsrast:


Die Cabane de Prafleuri ist von einer Steinwüste umgeben; kein Wunder, denn in diesem Gebiet wurde Felsmaterial für die Staumauer abgebaut:

Oben in Bildmitte unsere nächste Anlaufstelle und der höchste Punkt der Wanderung (2804 m.ü.M.), der Col des Roux:

Blick zurück auf die Cabane de Prafleuri; rechts eine ehemalige Unterkunft für die Arbeiter der Staumauer, die hier Felsmaterial abgebaut haben:

Farbenprächtige Abwechslung in der Steinwüste:


Familiäre Ausschau auf Steinblöcken nach Steinböcken:

Auf dem Col des Roux .......

.... auf dem Col des Roux öffnet sich das Blickfeld auf den Lac des Dix und die Fels- und Gletscherlandschaft im Hintergrund des milchig gefärbten Stausees:



Steinböcke haben wir leider nur in dieser Form zu Gesicht bekommen:

Die flechtenüberzogenen Felsen und kristallreichen Steine neben dem Abstiegsweg vom Pass Richtung Stausee sind ein schöner Ersatz für die fehlenden Tiere:



Bei La Barma überblicken wir .......

..... bei La Barma überblicken wir den Stausee auf seiner ganzen Länge (rund 5km) .......

...... von der Staumauer im Norden .....

..... dem Ostufer entlang .......

..... bis zum südlichen Seeende, wo ein Wanderweg über den Col de Riedmatten nach Arolla hinüber führt:

Der breite Weg über dem Westufer führt uns durch mehrere Tunnels zurück zur Staumauer:





Ein paar Regentropfen hätten schon noch Platz im Lac des Dix:

Wir erreichen die Mauerkrone und steigen zum Mauerfuss ab:

Flanieren auf der 15 Meter breiten und 700 Meter langen Mauerkrone; die Grande Dixence wird jährlich von zehntausend Touristen besucht:

Kurz nach 15 Uhr sind wir wieder dort, wo wir vor rund fünf Stunden losgewandert sind. Wir werfen noch einen Blick in den Info-Pavillon und fahren um 15:30 mit dem Bus zurück nach Sitten:

Herzlichen Dank an Rolf für die Begleitung auf dieser erlebnisreichen Wanderung.
Beat
INFOS:
- beobachter.ch (14/2012): Grande Dixence / Über der Steilwand wandern
- schweizerfamilie.ch.ch (22/2012): Genuss und Schweiss rund um die Grande Dixence
- Nellys wanderrouten.ch: http://www.wanderrouten.ch/col%20des%20roux.htm
- grande-dixence.ch: Der Steinbock-Höhenweg
- Webcam Grande Dixence: http://www.grande-dixence.ch/energie/wasserkraft/wallis/multimedia.html
Kommentare
| Heidi 18.07.12: | Hallo Beat, schöni Bilder, da wär ich am liebschte au de bi gsi :-( Gruess Heidi |
| Martha 18.07.12: | Wunderschön!!! |
| esther 18.07.12: | Hallo Beat, fantastische Bilder, da würde ich auch mal gern hingehen, LG Esther |


